TENET – Christopher Nolan gegen den Untergang der Welt – und des Kinos.

Jantin (Podcast-Stimme &  Lichtblick-Redakteuerin)

Drei Mal wurde Christoper Nolans lang erwarteter Science-Fiction-Action-
Spionage-Blockbuster verschoben, um jetzt endlich am 26. August in die
deutschen Kinos zu kommen. Besondere Zeiten erfordern besondere
Maßnahmen, denn anders als sonst startet die erste große Produktion seit der
zeitweisen Stilllegung der Filmindustrie noch vor US-Start im September in den
europäischen Filmhäusern. Durch Corona sind viele Kinos in den Staaten noch
immer geschlossen, weshalb Time Warner die meisten Filmstarts direkt auf das
nächste Jahr verlegte. Nolan war es jedoch wichtig durch den europäischen
Filmstart noch im Sommer einen Blockbuster zu präsentieren, der den
coronabedingt darbenden Lichtspielhäusern einen Lichtblick in unsicheren Zeiten
bedeutet
Wie Christopher Nolan erneut mit Liebe zur physikalischen Treue die Grenzen des Denkbaren herausfordert.

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Von der Handlung des Agententhrillers 4.0 (Nolans Upgrade eines seiner
Lieblingsgenres und Tribut an Überagent James Bond) ist gewohnt wenig bekannt.
John David Washington erwacht als Protagonist im Krankenhaus und wird
beglückwünscht einen „Test“ bestanden zu haben und ab nun im „Jenseits“ zu
operieren. Ihn erwartet eine gewaltige Operation, die für ihn nicht weniger
bedeutet, als die Welt zu retten. Es droht eine Gefahr, die weitaus vernichtender
ist als der bisher größtmögliche Vernichtungsschlag: ein Atomarer Weltkrieg. Wie
diese Bedrohung aussieht, werden wir wohl erst erfahren, wenn wir ins Kino
gehen und in voller Länge bestaunen, wie Christopher Nolan erneut mit Liebe zur
physikalischen Treue die Grenzen des Denkbaren herausfordert. Schon in
„Inception“ legte er einen Meilenstein in seinem bahnbrechenden Spiel mit
verschachtelten Bewusstseinsebenen und mit „Interstellar“ tauchte er in die
unendlichen Weiten der Zeitverformung und Schwarzen Löcher ein.
Auch Nolans namenloser Agent, und Robert Pattinson als sein Compagnon,
müssen lernen mit Zeitparadoxien umzugehen und die „Inversion“ zu
beherrschen, um ihre Widersacher von der Zerstörung der Welt abzuhalten. Wie
genau, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis. Ohne zu Wissen was auf ihn
zukommt, wird er bloß mit einem Wort ausgestattet: „Tenet“. Das soll ihm die
richtigen Türen öffnen, und ein paar der Falschen…
Ein top gestylter Starcast in einem komplex gebastelten Actionkracher.
Was wir wissen ist, dass uns ein top gestylter Starcast (Kenneth Brannagh,
Michael Cain, Elizabeth Debicki…) in einem komplex gebastelten Actionkracher in
die Kinosessel pressen wird, denn Nolan hat erneut keine Zeit, Kosten und Mühen
gescheut, das Agentenspektakel so authentisch wie nur möglich abzufeuern. Da
ihn Modelle nicht beindruckten und CGI zu künstlich wirkten, sprengte er
nonchalant einfach eine echte Boeing 747. Und auch der Rest des
Spionagethrillers dürfte dem in Spannung an nichts nachstehen.
Wer also bei Begriffen wie „Zeitumkehr-Invarianz“ oder „umgekehrter Entropie“
die Ohren spitzt und nach einer Zeit des cineastischen Vakuums wieder Lust auf
gutsitzende Anzüge, heiße Colts und treibende Action hat, der kommt an „Tenet“
nicht vorbei. Wir hoffen, John David Washington kommt der Welt rechtzeitig (was
auch immer das bedeuten mag) zur Rettung, und Nolan auch ein bisschen der
zukünftigen Existenz des Kinos. Angucken!
-jh

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